Praxisschwerpunkte / -besonderheiten


Autismus / Asperger Syndrom


a) Frühkindlicher Autismus
Bei diesen Kindern bestehen bestimmte Auffälligkeiten bereits vor dem 3. Lebensjahr. Eine verzögerte Sprachentwicklung ist auffällig; diese Kinder setzen die Sprache nicht zur Kommunikation ein; es entwickelt sich nicht ein altersgemäßes Spielverhalten.

Mit Spielmaterialien können sie oft nicht viel anfangen, zeigen eher ein extrem stereotypes Spielverhalten. Zusätzlich treten Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion auf, qualitative Auffälligkeiten der Kommunikation und begrenzte, repetetive und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten.

Was bedeutet dies im Einzelnen: es besteht eine Unfähigkeit, Blickkontakt, Mimik, Körperhaltung und Gestik zur Regulation sozialer Interaktion zu verwenden; diese Kinder können kaum Beziehungen zu Gleichaltrigen aufnehmen. Es besteht ein Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit; oft können sie nicht spontan Freude empfinden oder diese mit anderen teilen. Es besteht eine Unfähigkeit, Kontakte zu beginnen oder diese aufrechtzuerhalten. Sie können nicht spielen, „so tun als ob“ und: es bestehen begrenzte, repetetive und stereotype Verhaltensmuster.

b) Asperger Syndrom
Bei dem sog. Asperger Syndrom besteht keine allgemeine Verzögerung der gesprochenen Sprache; die Kinder zeigen qualitative Beeinträchtigungen der gegenseitigen sozialen Interaktion. Oft findet man ein ungewöhnlich intensives, umschriebenes Interesse oder begrenzte Verhaltensmuster. Sie lieben technische Details, sind häufig kaum von ihren Themen abzulenken. Meist fehlt eine intellektuelle Beeinträchtigung, im Gegenteil, oft sind Asperger Kinder und Jugendliche intellektuell gut ausgestattet. Manchmal treten in einzelnen Bereichen sogar sehr hohe Begabungen auf.

In letzter Zeit spricht man immer mehr von einer Autismus-Spektrums-Störung; so gibt es Kinder, die autistische Symptome aufweisen, aber nicht das Vollbild. Oft findet man auch die Vergesellschaftung von ADHS-Symptomen mit autistischen Symptomen, letztlich lässt sich dies aber gut auseinanderhalten.

Sicherlich wird die Diagnose eines Asperger Syndroms oft zu spät gestellt; es kommt häufig zu Fehldiagnosen. Zunächst wird ein ADHS diagnostiziert, wobei dieses gleichzeitig mit dem Asperger Syndrom auftreten kann. Von Experten wird die Meinung vertreten, dass die Frühdiagnose des Asperger Syndroms erst ab 5 Jahren möglich ist. Es gibt sicherlich ein großes Spektrum der Norm. So ist es manchmal schwierig einzuschätzen, ob die kommunikativen Fähigkeiten eines Kindes, sein Spielverhalten, seine Kontaktfähigkeiten und seine Sprachentwicklung ein Asperger Syndrom darstellen oder ob eine kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung oder auf eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung vorliegt.

Aus unserer Sicht muss gesagt werden, dass uns zunehmend Kinder vorgestellt werden, bei denen die Kontaktaufnahme zu anderen fehlt oder unzureichend ist; es fehlt eine entsprechende Reaktion auf die Gefühle bei anderen Menschen. Sie beschäftigen sich am liebsten allein, haben große Probleme, mit anderen ein Spiel zu teilen. Diese Kinder wollen alles unter Kontrolle haben, es kommt schnell zu aggressiven Ausbrüchen. Auffällig ist manchmal auch, dass nur wenige Interessen und Aktivitäten vorliegen; diese Kinder mögen keine Veränderungen, zeigen auch zwanghafte Verhaltensweisen, auch die Motorik ist eher etwas seltsam.